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Ihr Reiseführer für Portugal

Queluz - Ein Rokokopavillon im Schlossformat


Auf der Hälfte des Weges von Sintra in Richtung Lissabon kommt man nach Queluz. Da der Ort im Einzugsgebiet von Lissabon ist, sind hier mehrere große Wohnanlagen für ungefähr 30000 Menschen errichtet worden.


Eigentlich ist Queluz dadurch eine weniger sehenswerte Industriestadt mit rund 62000 Einwohnern. Doch der unweit nordwestlich der portugiesischen Hauptstadt gelegene Ort verdankt seinen Ruhm und seine Bedeutung dem reizvollen Rokokoschloss und Sommersitz Queluz.

 

Das heißt soviel wie “welches Licht oder welch ein Glanz” und gehört zum Haus der Braganca. Das Anwesen wird auch noch heute für Staatsempfänge verwendet.

 



Queluz ist ein Schlösschen, das aus Träumen entstanden zu sein scheint. Man findet Marmor Florentiner Ursprungs, Möbelantiquitäten, Kronleuchter welche vor Pomp und Glorie glitzern, Spiegel wohin das Auge reicht und brasilianisches Holz.

 

Jedoch wirkt das Sanssouci und Versailles der Bargancas weder pompös oder protzig, sondern eher heiter und freundlich. Das schmuckvolle Interieur entzückt durch feinste Arbeiten genauso wie durch den kultivierten Geschmack, mit dem die Einzelheiten einander zugeordnet sind.

Hinter dem Schloss findet man die von Jean Baptiste Robillon entworfenen Gartenanlagen.


Zwischen den verspielten Gärten findet man Grotten, aus Blei gegossene Figuren, Springbrunnen und geometrisch gestutzte Buchsbaumhecken. Unterhalb der Gärten ist das über 100 Meter lange Bassin Ribeira prachtvoll mit Kacheln ausgekleidet.

Der zwischen 1747 und 1755 errichtete Palacio Real de Queluz wurde im Auftrag Pedros III und seiner Gemahlin erbaut. Nach einem schweren Erdbeben hat man den Palast zwischen den Jahren 1758 und 1794 mit den heute sichtbaren Rokokoeinflüssen restauriert. Der zu den schönsten Rokokoschlösschen in Portugal zählende Bau aus rötlichem Stein ist dreiflüglig und zweistöckig.


Im Sommer finden im Musikzimmer manchmal Konzerte statt. Ab und an sind auch der verzierte Thronsaal mit seinen sehr apart bemalten Decken, der Botschafterraum und der Spiegelsaal zu besichtigen.

 



Vor dem Schloss öffnet sich der weite Largo do Palacio mit einem Denkmal für Königin Maria I. Abgetrennt durch eine Straße von den übrigen Palastbauten findet man die Schlosskirche in der die Militärmusikschule untergebracht ist. Diese ist im reinsten Rokokostil erbaut worden.

Geöffnet ist täglich von 10 - 13 Uhr und 14 - 17 Uhr außer Dienstags, es sei denn es finden Staatsempfänge statt. Einlass ist bis 30 Minuten vor Schluss. Die Gärten stehen von Mai bis Oktober bis 18 Uhr offen. Die Kosten belaufen sich auf 3€, der Besuch der Gartenanlagen allein kostet 0,50€.

Jedoch ist Queluz nicht nur eine Augenweide, sondern auch eine Gaumenfreude. Das Restaurant welches angegliedert ist, bedeutet übersetzt “Alte Küche” und zielt auf den Ursprung der ehemaligen Schlossküche ab. Dieses bei Feinschmeckern bekannte Luxuslokal zählt zu den besten Portugals. Zwar ist das Ambiente nicht ganz so prunkvoll wie im Festsaal, aber auch nicht zu verachten.

 

 




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