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Rio de Mouro


Rio de Mouro ist eine wichtige, etwas größere Stadt im Kreis Sintra, mit ungefähr 50.000 Einwohnern. Der Kreis Sintra liegt im Raum Lissabon, einem städtischen Ballungsgebiet, welches die reichste und am Weitesten entwickelte Region Portugals ist. Sowohl Industrie als auch Dienstleistungsfirmen haben ihren Standort im Raum Lissabon.


Rio de Mouro liegt heute an der Straße von Sintra nach Queluz sowie an der Eisenbahnlinie Linha de Sintra, welche von Sintra bis nach Alverca führt.
Das Ausflugsziel Rio de Mouro wurde von Tomás Leal da Câmara (1878-1948), einem portugiesischen Maler, Karikaturisten, Journalisten und Monarchiegegner, zum Wohnort gewählt.

 

 

 

Das Haus, wo Tomás Leal da Câmara lebte, ist seit 1945 ein Museum. Da kann der Besucher von Tomás Leal da Câmara selbst angefertigte, charakteristische Karikaturen bestaunen. Das Museum liegt in der Straße Calçada da Rinchoa. Der Architekt Adães Bermudes, der Künstler Francisco dos Santos, die Schauspielerinnen Maria das Neves und Ivone Silva sind weitere berühmte, portugiesische Persönlichkeiten, aus der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, welche in Rio de Mouro lebten.


Zu dieser Zeit war Rio de Mouro noch eine ländliche Stadt, in einem Agrargebiet, dies machte den Austausch von Waren und das Abwickeln von Geschäften zwischen den landwirtschaftlichen Produzenten der Region erforderlich. Hierfür diente ein besonderer Markt, zu dem alle Produzenten zusammenkamen, die Feira das Mercês. Bereits Marquês de Pombal, ein berühmter, portugiesischer Staatsmann, ließ diese Handelsmesse, die Feira das Mercês, im 18. Jahrhundert einrichten.


Heute hat diese folkloristische Handelsmesse, welche alljährlich im Oktober stattfindet, eher kulturellen Wert und ist ein weiterer Grund, um mal einen Ausflug oder eine Reise nach Rio de Mouro zu unternehmen. Neben dem Handel mit Gemüse, Obst und weiteren Lebensmitteln dient die Messe der Vorstellung von Volksmusikgruppen und einer katholischen Prozession, in Verehrung der Schutzheiligen Nossa Senhora de Mercês.


In Rio de Mouro steht die aus dem 16. Jahrhundert stammende Kirche Igreja de Nossa Senhora de Belém. Der Bau dieser Kirche geht auf Mönche des Jeronimo-Ordens zurück. Dieser Lissaboner Mönchsorden hatte seinen Sitz im berühmten Kloster Belém (heute Welterbe der UNESCO), bei Lissabon.

 

In Rio de Mouro erinnert daran noch das Belém im Namen. Im Inneren der Kirche finden sich noch zwei Stücke, die älter als die Kirche selbst sind, nämlich eine Statue des heiligen Blasius von Sebaste, welcher ein wichtiger Märtyrer und Heiliger der katholischen Kirche sowie einer der sogenannten vierzehn Nothelfer im Rahmen der katholischen Traditionen ist, und ein Taufbecken.

 

 

 

Nach dem Erdbeben von 1755 wurden Teile der Kirche umgebaut. Seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts ist das Innere der Kirche mit blauen Kacheln ausgestattet. Die Innenausstattung aus dem 18. Jahrhundert wurde entfernt. Einige Bögen, das Deckengewölbe und das Eingangstor weisen jedoch bis heute noch die charakteristische, ursprüngliche Architektur aus der Zeit der Spätrenaissance (in der Modalität Manierismus) auf.


Der Urlauber findet in Rio de Mouro einige wenige, aber sehr gut gepflegte Hotels. Die zentrale Lage der Stadt im Kreis Sintra, mit Bahnanschluss, macht sie auch zu einem Übernachtungsstandort für Reisen und Ausflüge zu anderen Sehenswürdigkeiten und Zielen im Raum Lissabon.

 

 




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