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Der Palácio Nacional de Sintra


Der Stadtpalast steht in der Altstadt des kleinen Ortes Sintra, der wegen seiner beeindruckenden Prachtbauten weit über die Grenzen Portugals hinaus bekannt ist. Die architektonische Landschaft der Kleinstadt, die etwa 25 Kilometer von Lissabon entfernt liegt, steht seit 1995 auf der von der UNESCO geführten Liste des Welterbes.

Besonders markant sind die beiden etwa 30 Meter hohen konischen Küchenschornsteine des Palácio Nacional de Sintra, die weit über die Landschaft ragen und schon aus der Ferne zu erkennen sind. Der Stadtpalast war im 8. Jahrhundert eine maurische Burg, die später von den Portugiesen erobert wurde.

 

 

 

Im 14. Jahrhundert wurde das Gebäude erweitert und diente fortan als königliche Sommerresidenz. Im Laufe der Zeit brachten drei Herrscher (Dom Dinis, Dom João I und Dom Manuel) die Baustile ihrer Epochen und ihre persönlichen architektonischen Vorlieben in den Palast ein, sodass der Palast heute eine bunte Mischung verschiedener Baustile ist. So mochte es König Manuel beispielsweise eher maritim.

 

Er bescherte dem Stadtpalast die schmalen Fenster und Portale und der der Welt einen neuen Baustil, die Manuelinik, die nach ihm benannt ist. Inspiriert wurde er zu den Ornamenten durch die Reisen der Seefahrer Vasco da Gama und Pedro Álvares Cabral, die Portugal damals mit ihren Entdeckungen großen Reichtum bescherten.

Die maurischen Einflüsse im Palácio Nacional de Sintra werden an den Decken in der Kapelle deutlich, die sich tunnelförmig über die Räume wölben und aus Walnuss- und Eichholz bestehen, in das aufwendige Muster geschnitzt wurden. die Keramikfliesen an den Wänden stammen aus dem 15. und 16 Jahrhundert. Sie werden Azulejos genannt, was soviel bedeutet wie "kleine, polierte Steine".

 

Die Azulejos findet man in fast allen Sälen und Räumen des Herrenhauses. Die einzelnen Bereiche des Gebäudes tragen salbungsvolle Namen wie beispielsweise Saal der Araber, Saal der Elstern, Saal der Sirenen oder Saal der Schwäne. Besonders beeindruckend ist auch die Küche des Palastes. Sie wurde so umgebaut, dass hier für die königlichen Festessen gleich vier große Drehspieße zur Verfügung standen, um das Wild zuzubereiten. Umgeben ist der Prunkbau von schattigen Höfen, kleinen Gärten und weitläufigen Parkanlagen

 



Der Stadtpalast war bis ins 20. Jahrhundert hinein ununterbrochen bewohnt. Er wird von den Einheimischen auch Paço Real oder Paço da Vila genannt. Heute gehört er dem portugiesischen Staat und wird für touristische und kulturelle Zwecke genutzt. Der Palácio Nacional de Sintra wird als Wahrzeichen des 10.000-Einwohner-Städtchens bezeichnet und in zahlreichen Souvenirläden in der Umgebung kann man den Stadtpalast im Kleinformat kaufen.

Besucher können sich den Palácio Nacional de Sintra täglich von 10 Uhr bis 12 Uhr 30 und von 14 Uhr bis 16 Uhr 30 Uhr ansehen und einen Spaziergang durch die Außenanlagen machen. Am Donnerstag ist der Stadtpalast geschlossen. Nach Voranmeldung sind auch Führungen durch die zahlreichen Säle des Bauwerks möglich. Das Fotografieren ist im Palácio Nacional de Sintra leider nicht gestattet.

 

 




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