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Ihr Reiseführer für Portugal

Azoreninseln wie aus dem Bilderbuch


Die Azoren werden als Ferienziel immer beliebter. Nicht für den Massentourismus, immer noch für die Individual-Touristen, die noch etwas ganz Besonderes erleben möchten. Oder aber für die vielen Segler und Yachten, die sich auf den Weg nach Amerika machen möchten.

Azoreninseln und Nordküste Azoren

Noch am unberührtesten aller Azoreninseln ist Corvo. Hier verirren sich kaum Urlauber her, es gibt auch keine touristische Infrastruktur, aber es gibt eine unglaublich schöne Landschaft, unberührt, natur belassen, eine stille Insel, die nur von den Geräuschen der Natur an Lautstärke gewinnt. Hauptort ist „Vila Nova do Corvo“, wo alle, oft unglaublich engen Gassen, an den Klippen enden.

 

 

 

Die einzige richtige Straße endet oben an einem Vulkankrater. Hauptort auch deshalb, da es der einzige bewohnte Ort auf dieser tollen Insel ist. 400 Einwohner leben im Dorf, das von Rundziegeldächern, Kaminen und einem weißen Kirchturm überragt wird.

 

Der Putz blättert von den Häuserwänden, aber man erkennt, dass hier alle Gebäude aus dem porösen schwarzen Basalt gebaut wurden. Und mitten drin das Restaurant „Traineira“, mit großartigen Fischmahlzeiten in einem Ambiente von Fischernetzen, Haigebissen, Segelbootmodellen. Aber der Seebarsch – eine wahre Delikatesse.

Das Azorenhoch hat der Inselgruppe, die immerhin 1450 Kilometer von Lissabon entfernt ist, einen gewissen Bekanntheitsgrad beschert. Wenn sich ein stabiles Hoch, ausgehend vom subtropischen Hochdruckgürtel, aufbaut, dann darf man im Sommer auch in Deutschland mit heißen Tagen rechnen.

Und da auf den Azoren immer über das Wetter geredet wird, ist dies auf der drittgrößten Insel Terceira nicht anders. Auch Terceira hat eine Hauptstadt, „Angra do Heroísmo“, von der man sagt, es sei die schönste Stadt auf den Azoren. Barocke Kirchen, Palacios und Klöster und die Praça Velha, der Zentralplatz, zum Ausruhen.

São Sebastião, ein kleiner Ort auf Terceira, kennt man hier wegen seiner berühmten „Tourada à Corda“, eine Stierkampf-Variation mitten auf dem Dorfplatz. Nicht vergleichbar mit dem spanischen Stierkampf, denn hier wird der Stier nicht verwundet oder getötet. Man ärgert ihn mit allen möglichen Gegenständen, doch wenn er ermüdet, darf er wieder in seinen Stall zurück.

Hier sollte man sich auch einen Mietwagen ausleihen, denn gleich hinter São Sebastião beginnt eine unglaubliche Reise hinauf in die Natur der „Serra do Cume“. Hier, wo man meist keinen Menschen trifft, hat man eine Aussicht, die zu beschreiben unmöglich ist. Mit den Wolken verändern sich die Farben der Felder und Wiesen unten im Tal, leuchten die kleinen Mauern aus Vulkangestein und natürlich das botanische Wahrzeichen der Azoren, die Hortensiensträucher.

 



Und jetzt entdeckt man auch die so genannten „Fumarolen“, nach Schwefel stinkende Rauchfahnen, die beweisen, dass Terceiras immer noch ein lebender Vulkan ist. Hier oben erlebt man die Wetterküche Europas hautnah: Alle Wetterlagen, die es überhaupt gibt, kann man an einem Tag erleben. Und diesen Tag sollte man für die „Serra do Cume“ auch einplanen.

An der Nordküste Terceiras liegt der Ort Agualva. Hier feiert man am intensivsten das „Heilig-Geist-Fest“. Auf Terceira wird dieses Fest den gesamten Sommer über immer irgendwo gefeiert. Es zieht eine kleine Prozession zu einer der farbigen Heilig-Geist-Kapellen, die es überall auf der zu sehen gibt. Mädchen legen ihre Kronen und Zepter vor einem wunderschön dekorierten Altar nieder. Anschließend wird zum Essen gerufen, und so sitzen Einheimische und Gäste einträchtig an den Straßen beieinander und verzehren genussvoll die Heilig-Geist-Suppe. Wo gibt es das sonst noch?

 




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