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Die Christusritterburg in Tomar


Das Christuskloster "Convento da Ordem de Cristo", auch Christusritterburg genannt , erhebt sich über der zentralportugiesischen Kleinstadt Tomar. Dieses monumentale Bauwerk ist eines der herausragenden Ausflugsziele in Portugal, welches unbedingt besucht werden sollte.


Der Bau wurde 1160 als Festung des Templerordens begonnen. Nach der Auflösung dieses Ritterordens, der maßgeblich an dem Erfolg der "Reconquista", also der Wiedereroberung der von maurischen Truppen besetzten portugiesischen Gebiete, Teil hatte, ging die Burg in den Besitz des neugegründeten Christusritterordens über.

 

 

 

Die Baugeschichte der imposanten Festungsanlage erstreckte sich bis in das 17. Jahrhundert.
Die Klosterburg ist von malerischen Gartenanlagen umgeben, die der Besucher durchquert, bevor sich das Kloster über einen Platz öffnet, der von zwei Kirchen flankiert wird. Zur Linken liegt die alte Kirche des Templerordens. Rechts liegt die berühmte Christusritterkirche, deren hochgotische Anfänge von einer manuelinischen Bauphase überlagert wurden.

 

Diese portugiesische Stilform der Spätgotik zeichnet sich durch eine reiche Ornamentik aus, die auf den islamischen Einfluß durch die Mauren zurück zu führen ist. Besonders die Sakristei überrascht den Besucher durch die an morgenländische Kunst erinnernde Ausschmückung.

 

Die Manuelik schöpfte jedoch auch aus der großen Bedeutung, die der Seefahrt im Portugal des 15. und 16. Jahrhunderts zukam. Portale und Fenster sind oft reich mit ornamentalen Motiven aus der Seefahrt wie stilisiertem Takelwerk, Seetang, Muscheln und Korallen geschmückt und gegliedert. Diese nur in der südlichen Sonne und der salzigen Luft des kleinen Atlantikstaates vorstellbare Architektur ist in Tomar mustergültig zu bewundern.


Der Chor der Kirche hat die ungewöhnliche Form eines Achtecks, der umgeben ist von einem sechzehneckigen Umgang. Über dem Chor erhebt sich eine ebenfalls achteckige Kuppel mit Spitzbögen. Allerlei mythologisches Getier, sich rankende Schlangen und Bestien zieren die spätromanischen Kapitelle des Innenraums.

 

Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die gesamte Anlage noch einmal erweitert und erhielt nun auch Elemente aus der Renaissance und dem Barock. Aus dieser Zeit stammt die neue Klosteranlage mit den Mönchszellen und ein beeindruckender, etwa fünf Kilometer langer Äquadukt.

 

 


In dem riesigen Baukomplex der Christusritterburg befinden sich insgesamt sieben Kreuzgänge. Der "Claustro de Lavagem" stammt aus gotischer Zeit. Die Wände hinter seinen Spitzbögen sind bis auf halbe Höhe mit "Azulejos", bemalten blauen Kacheln, getäfelt. Wuchtiger wirkt der mehrstockige Kreuzgang "Dos Filipos" aus der Renaissance mit einem prächtigen Brunnen in dem Innenhof.

 

Hier wurde 1580 Phillip II. zum König von Portugal gekrönt. Der Kreuzgang der Heiligen Barbara schließlich wirkt leicht und elegant mit seinen schlanken Säulen, den Rundbögen und dem bepflanzten Hof.
Die Christusritterburg gehört zu den ganz großen Sehenswürdigkeiten in Portugal und wurde nicht umsonst von der Unesco 1983 zum Weltkulturerbe erklärt.

 

 




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