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Torre de Belém


Der Torre de Belém (Turm von Belém) wurde im 16. Jahrhundert vom portugiesischen Architekten Francisco de Arruda im Auftrag des portugiesischen Königs, Manuel I., erbaut.

 

Das Gebäude stand damals in der Mitte des Tejo, der in Lissabon in den Atlantik mündet, und war Wachturm, Leuchtturm und Festung zugleich. Seine schönste Seite ist nicht dem Land, sondern dem Fluss zugewandt. Auf der Fluss-Seite findet man auch die Schießscharten, die im Falle eines Angriffs vom Meer aus, dem Schutz des Lissabonner Hafens dienen sollten.

 



Am Turm erkennt man zahlreiche Verzierungen, darunter Widder-, Nashorn- und Löwenköpfe. Eine seilartige Verzierung aus Stein mit aufwendigen Knoten umschlingt das Gebäude. Diese Elemente im manuelistischen Stil sollten die Macht des Königs symbolisieren. Der Turm war damals Teil eines dreieckig angelegten Verteidigungssystems mit der Festung von Cascais am rechten Ufer und Sao Sebastiao da Caparica auf dem linken Ufer.

 

Gleichzeitig diente der Torre de Belém dazu, den Handelsschiffen den richtigen Weg zu zeigen. Einige Zeit befanden sich im Turm das Gouverneurs- und Königszimmer und ein Empfangsaal, in dem so manch Weltreisender Entdecker der damaligen Zeit begrüßt wurde.

Im Laufe der Jahre verlor der Turm seine ursprüngliche Bedeutung und hatte in der Folge zahlreiche verschiedene Funktionen. So wurde er beispielsweise zum Zollkontrollpunkt, zur Telegraphenstation, zu einem großen Lagerraum und in Zeiten politischer Unruhe sogar zum Gefängnis.

 

Das schreckliche Erdbeben in der Mitte des 18. Jahrhunderts, bei dem ein großer Teil Lissabons zerstört wurde, überstand der Torre de Belém nahezu unbeschadet. Allerdings kam es durch diese verhängnisvolle Naturkatastrophe zu Erdverschiebungen, sodass der Torre de Belém nun nahezu am Ufer und nicht mehr in der Mitte des Flusses liegt.

 

Nur noch einige wenige Meter trennen ihn vom Festland, was den Touristen zugute kommt, denn der Turm ist heute über eine kleine Zugbrücke zugänglich. Während der Napoleonischen Invasionen wurde das uralte Bauwerk zerstört und erst unter Dona Maria II. rekonstruiert.

Im Jahr 1994 trug Lissabon den Titel "Kulturhauptstadt Europas". Aus diesem Anlass wurde der Torre de Belém renoviert. Heute dient er neben seiner Funktion als Touristenattraktion auch hin und wieder als Ausstellungsort.

 



Im Inneren des 35 Meter hohen Turms erstreckt sich über vier Stockwerke eine Wendeltreppe. Wer es bis oben schafft, der wird mit einer wunderbaren Aussicht über Lissabon belohnt.

 

Auf seiner Terrasse finden Besucher einige alte Kanonen und die Statue der Schutzgöttin Madona do Bom Sucesso, der Schutzgöttin des Erfolgs. Der Turm von Belém ist heute das Wahrzeichen Lissabons. Er wurde 1983 zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt und ist ganz nebenbei auch das beliebteste Postkartenmotiv der Stadt.

Das Wahrzeichen Lissabons ist von Mai bis zum September von 10 Uhr bis 18 Uhr 30 für Touristen geöffnet. Von Oktober bis April kann man den Torre de Belém von 10 Uhr bis 17 Uhr besichtigen. Der Eintritt kostet 3 Euro, am Sonntag hat man bis zum Nachmittag freien Eintritt.

 

 




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