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Ihr Reiseführer für Portugal

Portugal - kleines Land ganz groß


Portugal nimmt fast die ganze Westseite der iberischen Halbinsel ein und grenzt auf der Ost- und Nordseite an Spanien, während Westen und Süden am Atlantik liegen. 830 km Küste hat Portugal, ist selber jedoch nicht mehr als 200 km breit (Ost-West) und 600 km lang (Nord-Süd).

 

Trotz das es nur ein verhältnismäßig kleiner Staat ist, hat er sich doch in den vorherigen Jahrhunderten als wichtiger und sehr mächtiger Seestaat an dem Weltgeschehen beteiligt mit Kolonien auf allen Kontinenten. Von denen sind heute aber nur noch die 2 großen Inseln Madeira und der Azoren-Archipel zu Portugal gehörend als selbstständige Regionen. Hauptstadt ist Lissabon

 

 

Das Land Portugal

 

 

Portugal hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich. Es war die ehemalige Provinz Lusitania der Römer, als diese auch die iberische Halbinsel kontrollierten. Die Araber besetzten die gesamte Halbinsel und beeinflussten auch die portugiesische Kultur in Architektur und Tradition. Mit der Einigung zu einem einzigen Land im 12. Jahrhundert und ihrem ersten König, Alfonso Henriques, begann auch die große Blüte der Entdecker.

 



Durch die günstige Lage am Atlantik entwickelte Portugal einen ausgebauten Handel mit Flandern, England und den Hansestädten und verschiedenen islamischen Nationen, mit denen die Könige in guter Verbindung standen. Es wurde nicht nur der Handel gefördert, sondern auch die Landwirtschaft geändert, denn Portugal bezog nun wichtige Grundnahrung wie Korn aus den arabischen Ländern und baute selber mehr Wein und Oliven an, beides wertvolle Handelsgüter.

Die ersten Eroberungsgedanken kamen im 14. Jahrhunderts. Es wurden Mathematiker und Physiker aus den arabischen Schulen ins Land geholt und man baute Universitäten, die gefördert wurden und sich der Seefahrt widmeten. So entstanden genaueste Berechnungen, beste Seekarten und Instrumente, die wichtig waren für die Seefahrt ins Ungewisse.

Heinrich der Seefahrer ist einer der bekanntesten und der Begründer der großen See- und Kolonialherrschaft. In seinem Namen entdeckte man die Westküste Afrikas, nahm die ersten Kolonien Mitte des 15. Jahrhunderts. 1434 kamen die ersten Sklaven aus Afrika nach Portugal und der Sklavenhandel wurde bald zu der größten Einnahmequelle des Landes.

 

Expeditionen über den Atlantik wurden gemacht, die Bermuda-Inseln erreicht und wahrscheinlich schon vor Christoph Kolumbus Neu Schottland im heutigen Kanada. Gold in Guinea brachte weiteren Reichtum, 1488 das Kap der Guten Hoffnung umrundet, der Weg nach Indien und China entdeckt. 1499 betrat Vasco da Gama indischen Boden. Länder wie Brasilien, Malaysia, Japan, China und Indonesien folgten. Die letzten Kolonien erlangten ihre Unabhängigkeit erst vor gut 30 Jahren.

Anfang des 20. Jahrhunderts ist Portugal jedoch fast bankrott, leidet unter ständigen Aufständen der Republikaner und nach dem tödlichen Attentat auf den letzte König wird 1910 die Republik ausgerufen. Politisch jedoch vollkommen instabil, kommt es 1933 zu einem Militärstaat, der sich im 2. Weltkrieg neutral verhält. 1960 beginnen die Kolonien sich gegen Portugal aufzulehnen und die enormen Kolonialkosten und politische Instabilität führen zu Aufruhen und 1976 beginnt die parlamentarische Demokratie. Heute ist es eine stabile parlamentarische Republik.

Die Wirtschaft läuft mäßig, Halt geben die vielen Rohstoffvorkommen wie Kohle, Gold, Kupfer und Uran. Die Landwirtschaft steht als letzte in Europa, die Fischerei ist nicht sehr ertragreich, der Tourismus ist jedoch mit 8 % gut vertreten. Am florierendsten ist der Import und Export. Die Arbeitslosenquote beträgt jedoch nur 4 %.

Trotz Bemühungen, ist das Schulwesen noch sehr schlecht und es gibt noch fast 7 % Analphabeten.

Es gibt 3 große Hauptflughäfen, Lissabon, Porto und Faro, von denen auch die Azoren und Madeira angeflogen werden. Das Straßensystem ist Dank der EU gut ausgebaut und mit Überlandbussen kommt man fast überall hin zu guten Preisen hin. Das Bahnsystem ist weniger ausgebaut, es bestehen aber gute Verbindung zu den wichtigsten Städte, nach Spanien und Frankreich.

Kulturell ist Portugal für seine Poeten bekannt, die bekanntesten heutigen Schriftsteller sind José Maria Eça de Quieroz und der Nobelpreisträger José Saramago.


Musikalisch wird das Land durch den Fado vertreten, einem leicht melancholisch klingendem Gesang, der wahrscheinlich aus alten Seefahrerliedern und Sklavengesang entstand. Viele der traditionellen und folkloristischen Musikstile sind von den Kolonien beeinflusst worden und werden noch heute gepflegt.
Mitte Juni werden national die 3 Schutzpatronen Antonius, Johannis und Petrus groß gefeiert.


Kulinarisch ist Portugal ein Patchwork, denn durch die vielen Kolonien und Erkundungsfahrten brachten die Seefahrer die verschiedensten Gerichte und Nahrungsmittel mit in das eigene Land, die dann hier festen Bestandteil in der portugiesischen Küche fanden. Der Stockfisch ist dabei der wichtigste Nahrungsgeber und in unzähligen Varianten zubereitet. Fisch wird am meisten gegessen, die Desserts sind sehr von arabischen Einflüssen geprägt. Die Weine sind unter den besten der Welt, man denke nur an den Portwein, den Vinho Verde, Mateus und viele andere.

Geografisch ist das Land in den grünen Nordwesten und den gebirgigen Nordosten und in den trockenen und flach bis hügeligen Süden unterteilt. Der Nordosten oder auch Minho wird auch als der Garten Portugals bezeichnet und hier wird in den vielen Flußtälern Wein und Gemüse angebaut.

 

 

In dem gebirgigen Tràs-os-Montes gibt es im Vergleich zu dem milden Klima im Minho heisse Sommer und sehr kalte Winter. Hier liegt der Nationalpark Peneda-Gerès mit noch vollkommen natürlichen Waldbeständen. Die wichtigsten Städte des Nordens sind Porto, Bragança, Braga, Vila Real und andere.


In Zentralportugal hingegen ist es hügelig bis bergig, wo es sehr gute Skigebiete gibt. Doch ist die Gegend auch sehr fruchtbar und der Weinbau floriert hier schon seit der Zeit der Römer. Aber auch verschiedene Gemüse, Getreide- und Reisfelder gibt es hier. Sie bilden den Vorgarten zu Lissabon und Städten wie Santarèm, Aveiro, Viseu und vielen anderen.


Im flach-hügeligen und heiß-trockenem Gebiet des Südens liegt die Algrave. Hier wachsen die vielen Korkeichen, die in der Zellstoffindustrie verwendet werden. Es gibt viel Weideland für Schafe, die im Frühling einen bunten Teppich aus Blumen bilden. Um so südlicher man kommt, um so afrikanischer wird es und es wachsen überall Palmen.

 

Die Algarve wird von wunderbaren Stränden, beeindruckender Steilküste und hübschen kleinen Ortschaften gesäumt, die letztendlich auch für das große Tourismusaufkommen gesorgt haben. Das günstige Klima, die vielen Sonnenstunden und die guten Anreisebedingungen über den Flughafen Faro machen es nicht nur bei Spaniern sondern auch bei Engländern und Deutschen als ein beliebtes Reiseziel.

Madeira und die Azoren liegen beide im Atlantik und der höchste Berg Portugals befindet sich auf dem Azoren-Archipel mit 2.350 m Höhe. Beide Inseln sind vulkanischen Ursprungs und das tropisch-subtropische Klima Madeiras läßt hier eine üppige Vegetation zu mit enormen Hortensienbüschen und Strilizien auf grünen Hügeln, die beide aus Afrika importiert wurden.

Sehenswürdigkeiten gibt es in allen Städten und Orten. Lissabon als Hauptstadt hat eine wunderschöne Altstadt und den Torre de Belèm. Das historische Èvora gehört zum Kulturerbe des UNESCO, in Mavao und Castelo de Vide gibt es alte Burgen zu sehen, auf dem Cabo de Sao Vicente an der Algarve steht der südwestlichste Leuchtturm Europas und in Sintra steht der Palacio de Pena, ein Schloß aus mehreren Baustilen.

 

In Òbidos im Norden liegt eine Sarazenenburg und am Cabo de Roca hat man atemberaubende Ausblicke auf das Sintra-Gebirge. Der Heiligen Maria von Alcobaca wurde ein Kloster im 14. Jahrhundert gewidmet in dem gleichnamigen Ort. In Batalha hat eine enorme Klosteranlage, an der 200 Jahre gebaut wurde. In Tomar kann man eine Kapelle der Templer besichtigen in der imposanten Klosterkirche, während in Guimarães die Altstadt und das Castelo de Vimaranes zum Kulturerbe der UNESCO gehört.

Portugal ist reich an Geschichte, hat eine wunderbare Landschaft, die sehr abwechslungsreich ist und zusammen mit dem hervorragenden Klima und der Gastfreundschaft der Einheimischen, ein schönes Urlaubsziel.

 

 




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